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Emnid-Umfrage ein Jahr nach Fukushima: 91 Prozent der Bundesbürger halten Solarstrom für wichtig / Klare Mehrheit wünscht stärkeres politisches Engagement für den Ausbau der Solarenergie

Berlin (ots) - Eine überwältigende Mehrheit der Bundesbürger will
einen schnellen Ausbau der Solarstromnutzung in Deutschland. Nach
einer aktuellen Repräsentativbefragung durch TNS Emnid halten rund 91
Prozent der Bundesbürger Solarstrom für wichtig. Nach der
Reaktorkatastrophe von Fukushima hat für 40 Prozent der Befragten die
Photovoltaik sogar noch an Bedeutung gewonnen.

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid hat die Bürger im Auftrag
des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. auch danach befragt, ob sie
mit der derzeitigen Geschwindigkeit des Solarstromausbaus
einverstanden sind. Demnach finden 69 Prozent der Befragten nicht,
dass die Politik die Solarenergie zu schnell ausbaut. Vor dem
Hintergrund der aktuellen Forderungen von Bundeswirtschaftsminister
Rösler, die Solarstromförderung sehr stark zu kürzen, sind die
Antworten von besonderer Brisanz.

Rund 60 Prozent der Bundesbürger vertreten die Meinung, die
Politik tue zu wenig für den Ausbau der Photovoltaik. Sie sprechen
sich nach Ansicht des Verbandes damit indirekt auch gegen noch
schärfere Einschnitte bei der Solarförderung aus, wie sie derzeit von
Teilen der Bundesregierung geplant und aktuell zwischen Bundesumwelt-
und Bundeswirtschaftsministerium verhandelt werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) sieht durch die
Forderungen von Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler, die
Solarförderung hart zu beschneiden, die Energiewende und die
Solarwirtschaft in Deutschland mit über 100.000 Arbeitsplätzen in
ernster Gefahr. Der Zusammenschluss von über 800 Solarunternehmen
appelliert vor dem Hintergrund der aktuellen Umfrage-Ergebnisse
erneut an den Wirtschaftsminister, die Energiewende nicht weiter zu
gefährden. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: "Die
Ergebnisse zeigen einmal mehr: Die überwältigende Mehrheit der
Menschen will einen schnellen Ausbau der Solarenergie und weiß um
ihre Bedeutung für den Erfolg der Energiewende. Solarenergie ist
Bürgerenergie und erfreut sich einer sehr hohen Akzeptanz, auch im
Vergleich mit anderen Energieformen. Sie erfordert relativ wenig
Netzinfrastruktur, ist inzwischen preiswert und kann deshalb schnell
ausgebaut werden."

Der Bundeswirtschaftsminister fordert hingegen gegenwärtig, die
Förderung neuer Solarstromanlagen erneut zu kürzen und auf einen
Bruchteil des bisherigen Zubaus zu beschränken. Nach seinen
Vorstellungen soll jährlich nur noch ein Gigawatt Solarstrom
gefördert werden. Das wären fast 90 Prozent weniger als in den beiden
Vorjahren 2010 und 2011 (jeweils rund 7,5 Gigawatt Solarstrom-Zubau).
Die von Rösler geforderten drastischen weiteren Kürzungen werden von
der Solarbranche scharf kritisiert. Diese hätten unweigerlich einen
Markteinbruch und die Zerstörung eines Großteils der Solarbranche in
Deutschland zur Folge, so die Warnung des BSW-Solar. In den
vergangenen Jahren musste die Solarwirtschaft bereits deutliche
Einschnitte verkraften. Die Förderung für neue Solarstromanlagen
wurde allein seit 2008 halbiert. 2012 sinkt sie mit rund 28 Prozent
doppelt so schnell wie im Vorjahr. Dies ist das Ergebnis einer erst
im Sommer 2011 beschlossenen Gesetzesnovelle.

Derzeit werden in Deutschland rund eine Million Solarstromanlagen
betrieben. Sie werden in diesem Jahr über vier Prozent des deutschen
Strom-Bedarfs decken. Branchenziel ist es, ihren Anteil bis 2020 auf
über 10 Prozent auszubauen. Technischer Fortschritt und
Massenfertigung haben dazu geführt, dass Solarstrom auf dem besten
Wege ist, zu einer der günstigsten Energieformen überhaupt zu werden.
2012 erreicht die Vergütung für Solarstrom bereits das Preisniveau
konventioneller Verbraucher-Stromtarife, im nächsten Jahr das
Förderniveau von Windkraftparks auf dem Meer und Biogas-Anlagen.



PRESSEKONTAKT/REDAKTIONELLE RÜCKFRAGEN:
David Wedepohl
Pressesprecher
Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
Friedrichstraße 78
10117 Berlin
wedepohl@bsw-solar.de
Telefon: 030 / 29 777 88 - 30

Bereich: Verbände & Vereine

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